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Pfila 1999

Am 22. Mai hatte das Warten endlich ein Ende und wir konnten, bei leichtem Regen, ins langersehnte Pfingstlager 1999 starten. Da die meisten Mountainbikes kein Schutzblech besassen waren beim ersten Halt fast alle Kleider und Rucksäcke braun und passten optimal zum Boden auf dem wir fuhren. In sehr zügigem Tempo ging es dann über verschiedene Radwege weiter Richtung ... wo wir dann nach einem feinen Risotto unserer Zelte aufschlugen und es uns darin ersteinmal gemütlich machten. Wir hatten sogar die Möglichkeit live und in Farbe Fussball zu schauen, da wir unsere Zelte gleich neben dem Fussballplatz aufgeschlagen hatten, auf dem gerade ein grosses Turnier stattfand. Ich hatte zwar den Eindruck, dass sich einige Mütter und Väter eher für unsere Zelte, als für die Fussballkünste ihrer Kinder interessierten. Manche starrten uns an, als ob sie noch nie Menschen in einem Zelt gesehen hätten, doch dadurch liessen wir uns unsere wohlverdiente Siesta nicht verderben. Nach einem kurzen Geländespiel war es schon wieder Zeit für das Nachtessen. Das Abendprogramm fand, dichtgedrängt, im Materialzelt statt, da es inzwischen wieder heftig regnete. Wir spielten ein Spiel, das einige fast zur Verzweiflung trieb. Jeder musste eine berühmte Person oder Figur auf einen Zettel schreiben und diesen seinem rechten Nachbarn auf die Stirne kleben. Dieser musste nun durch Fragen, welche nur mit "ja" oder "nein" beantwortet werden durften, herausfinden wer er war. Damit sich auch alle gebührend revanchieren (rächen) konnten, starteten wir noch vor den ersten Nervenzusammenbrüchen, eine zweite Runde und klebten dieses Mal den Zettel unserem linken Nachbarn auf die Stirn. Nach einem feinen Dessert krochen dann alle in ihre Schlafsäcke und schon bald war es angenehm ruhig. Am Sonntag schwangen wir uns erneut auf unsere Drahtesel, um nach Hallwil zu fahren und uns dort ein wenig in die Ritterzeit zu versetzen. In kleinen Gruppen besichtigten wir das Schloss Hallwil und träumten von den längst vergangenen Tagen, als jeder Raum noch rege benutzt wurde und das Schloss noch voller Leben war. Schlossbesichtigungen sind, das fanden wir schon nach kurzer Zeit heraus, relativ anstrengend, denn der Lift wurde bekanntlich erst ein paar Jahre später erfunden und so waren alle froh, als es endlich ein feines Mittagessen gab. Gestärkt durch Salat, Chips, Wurst und Brot (MMMMMhhhhh!!!) fuhren wir zurück zum Zeltplatz. Das heisst, nicht alle... Schon nach ein paar 100 Metern riss die erste Kette und die krampfhafte Such nach einem Telefon begann. Wie gut hatte Urs sein Natel dabei und konnte (nachdem wir endlich ein Telefon fanden) das kaputte Velo samt Besitzerin, abholen und sicher zum Zeltplatz fahren. Den angebrochenen Nachmittag beendeten wir dann auf dem ... Minigolfplatz wo wir uns harte Duelle lieferten und um jeden Punkt kämpften. Da die Sonne schon seit dem Aufstehen kräftig schien, war unsere Stimmung besonders gut und die Verlierer verkrafteten den heutigen Rückschlag in ihren Minigolf-Karrieren sehr gut. Für das heutige Küchenteam hiess es nach der Rückkehr Feuer machen und Essen kochen. Kleiner Tip: Pfannen mit angebranntem Risotto nicht erst 24 Stunden später auswaschen (benötigte Reinigungszeit mit kaltem Wasser: 45 Minuten). Nach dem Motto "was lange währt, wird endlich gut", schmeckte das Abendessen ausserordentlich fein. Als dann das Geschirr (mehr oder weniger) sauber, abgewaschen und verräumt war, gönnten wir uns eine längere Ruhepause, während der einige Leiter das für den Abend geplante Geländespiel vorbereiteten. Als es dunkel war, brachen wir auf, um unsere Kollegen im Wald zu suchen und zu sehen, was sie für uns vorbereitet hatten. Es war gar nicht so leicht, sie überhaupt zu finden. Die Taschenlampen mussten leider im Zelt bleiben und so hatten wir zum Teil Mühe den Weg entlang des Sees überhaupt zu finden. Im Wald angekommen wurden wir zuerst einmal geblendet. "Hey, du A....! Was lüchtisch mer is Gsecht?" War die spontane Reaktion einer unserer Leiterinnen. Leider mussten wir kurz darauf feststellen, dass es gar nicht unsere Jublaner waren. Nach dem üblichen Small-Talk, "wer seid ihr? Woher kommt ihr?", suchten wir tapfer weiter und gelangten schliesslich ans Ziel. Nach den notwendigen Instruktionen ging es dann so richtig los. Wir konnten zwar nicht so hart kämpfen, wie wir uns das vom Minigolf her gewohnt waren, denn es war stockdunkel und wir hatten nur eine Taschenlampe pro Gruppe trotzdem, schenkten wir uns keine Punkte. Am Ende stand der Sieger eindeutig fest. Es ging zwar nicht immer ganz mit rechten Dingen zu, dennoch hat das Spiel viel Spass gemacht und wir kehrten zufrieden zum Zeltplatz zurück. Nach dem Morgenessen hiess es dann Zelte abbrechen und aufräumen. Nach dem letzten gemeinsamen Mittagessen machten wir uns dann auf den Nachhauseweg. Obwohl es extrem heiss war, kamen wir zügig voran und gönnten uns dann am Wildegger-Bahnhof ein Glace, bevor wir das letzte Stück in Angriff nahmen. Nach einer kurzen Verschnaufpause begannen wir gleich die Zelte zu reinigen und das Material zu verräumen. Pünktlich um 16.30 Uhr kamen dann die ersten Eltern um ihre Kinder abzuholen. Das Pfila hat allen sehr viel Spass gemacht und ging, wie alles Angenehme, viel zu schnell vorbei. Wir freuen uns jedenfalls bereits auf das nächste Jahr.